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Arsch - Lecce? Prego!

[Lecce (Italien)] Nomen ist Omen? Wenn man in Lecce wohnt und Ripa (auf deutsch: Ufer) heißt, muss man schon mal klarstellen, dass damit nicht das “andere Ufer” gemeint sein kann, wo angeblich nur Arsch-Lecce angesagt ist. Zumindest wenn man dank seines Bungabunga-Parteivorsitzenden ("Lieber eine Vorliebe für junge Mädchen, als schwul zu sein") von einer eher religiös rechten,
... ländlich- konservativen Wählerschaft lebt. Giuseppe Ripa (Berlusconi-Partei PDL), stellvertretender Bürgermeister des süditalienischen Städtchens im Stöckel des Stiefels, legte sich also - wir ahnen es - mit einem schwulen Politiker an, um seine Heterosexualität unter Beweis zu stellen. Und zwar mit dem Regionalpräsidenten von Apulien, Nichi Vendola (Kommunistische Partei). Dieser sei ein “schwules Fräulein” mit “psychischen Problemen”, verkündete er kämpferisch über Facebook. Vendola ist dabei nicht nur einer der bekanntesten offen schwulen Politiker, Anti-Mafia-Kämpfer und Homo-/Aids-Aktivisten des homorechtlich schwer rückständigen Landes, sondern setzt sich auch für psychisch Kranke und Behinderte ein, was die Facebook-Tirade gegen ihn gleich doppelt perfide erscheinen lässt. Doch der Schuss ging nach hinten los und zwar gewaltig. Ein Sturm der Entrüstung brach sich Bahn und selbst sein Parteifreund Paolo Perrone, seines Zeichens Bürgermeister der Stadt, distanzierte sich offen von seinem Stellvertreter: "Wenn ich mit meinen politischen Gegnern diskutiere, geht es um die Themen, nicht um die sexuellen Vorlieben dieser Person. Das ist privat." Also blieb nur der Rücktritt, arrivederci!  


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