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Gegen das Vergessen

image001(gayBrandenburg-communityTicker) Traditionell haben Vertreter von Brandenburger Parteien, Vereinen und Organisationen auch in diesem Jahr wieder der ermordeten Schwulen im KZ Sachsenhausen gedacht, und anlässlich  der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers am 22.04.2012 im ehemaligen Außenlager Klinkerwerk Kränze niedergelegt. Ergänzt wurde die Gedenkveranstaltung in diesem Jahr durch einen Filmabend am gleichen Tag im Filmmuseum Potsdam. Diese Veranstaltung "Rosa Winkel - Beiträge zur Erinnerungskultur" war auch Bestandteil des diesjährigen Potsdamer CSD. Dabei kooperierten LSBT-Vereine, wie Katte. Queer im VIertel und das Bündnis Faires Brandenburg mit dem Filmverband Brandenburg e.V. 

Mit der Erinnerung an die Opfer der Todeslager, insbesondere des Klinkerwerks Oranienburg, werden sich in diesem Jahr noch weitere Veranstaltungen beschäftigen. In diesem Jahr jährt sich die Mordaktion an schwulen KZ-Insassen im Sommer 1942 zum 70. Mal. Der Sprecher des Vereins Katte e.V. Carsten Bock sagt: "Wir müssen uns weiter konsequent dafür einsetzen, das dass Konzept des "Geschichtsparks Oranienburg" weiter entwickelt wird und mehr Formen der Erinnerungsarbeit, sowohl logistisch als auch finanziell umgesetzt werden. Dazu fordern wir die Politik, insbesondere die Parteien in Berlin (Abgeordnetenhaus) und Brandenburg (Landtag), als auch die zuständigen Fachministerien und Staatskanzeleien auf, mehr gegen das Vergessen zu tun! Die notwendige Erinnerungsarbeit sollte Chefsache sein und bleiben!"

Erinnern und GedenkenZwischen 1933 und 1945 sind rund 130 000 Männer in sogenannten Rosa Listen erfasst worden und über 60.000 von ihnen wurden auch nach Paragraph 175 verurteilt. Etwa 10 000 Schwule mussten ihr Leben in Konzentrationslagern lassen. Mindestens 200 kamen auch in einer beispiellosen Mordaktion im Sommer 1942, unweit von Potsdam, im Klinkerwerk Oranienburg zu Tode. Ihre Leidensgeschichte ist jedoch erst seit Mitte der 90er Jahre bekannt, schon vor 5 Jahren hatte der Verein Katte e.V. zusammen mit dem LSVD und ver.di in einer Installation aus mit den bekannten Namen der Ermordeten beschrifteten Klinkersteinen daran erinnert. In der Veranstaltung im Potsdamer Filmmuseum unter dem Titel „Rosa Winkel“ wurde Ihnen nun ein ganzer Abend gewidmet. Mit dem Film „Paragraph 175“ sowie eines halbstündigen Auszug aus dem Film „Die Klänge des Verschweigens“ sollte auf die Verfolgung der Schwulen und die Erinnerungsarbeit im Klinkerwerk aufmerksam gemacht werden. In knapp zwölf Wochen fielen dort im Jahr 1942 fast alle mit einem rosa Winkel auf der Kleidung markierten homosexuellen Häftlinge den Quälereien der SS-Schergen zum Opfer.

 


 

Klänge des Verschweigens | Rosa Winkel

 


 

Autor: CarBo
Bild: CarBo