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Schau mir auf den Po, Baby!

[Potsdam] „Arschf**ker!“, „Bückstück!“, „Hinterlader!“: Um Schwule zu diffamieren, gibt es viele Worte. Die Aufmerksamkeit beschränkt sich auf die Rückseite des Betroffenen, reduziert einen Menschen auf ein Loch. „Du bist ja andersrum!“, muss man sich dann anhören, als wäre man ein sexueller Geisterfahrer. Die schwule Jugendgruppe A-Jugend des Potsdamer Vereins Katte – „A“ steht hier für „Andersrum“ – leistet nun humorvoll Widerstand und nimmt die häufig auf Unwissenheit zurückzuführenden Berührungsängste Heterosexueller zum Anlass für hintergründige Aktionen. Zuletzt erregten sie mit einer Foto-Aktion Aufsehen, die Schwule und Lesben von hinten zeigt. In Zusammenarbeit mit der Fotografin Alexa Seewald

wurde die Ausstellung ANDERSRUMportrait ins Leben gerufen, die beispielsweise beim diesjährigen CSD Berlin am Brandenburger Tor sowie zum CSD Potsdam im Brandenburgischen Landtag zu sehen war. Gruppenleiter Steven, 18 Jahre alt, ist selbst erst vor kurzem aus der brandenburgischen Kleinstadt Werder nach Potsdam gezogen und denkt sich seitdem Möglichkeiten aus, wie sich kreativ queere Jugendthemen in die Gesellschaft kommunizieren lassen. Und dass die Arbeit der Engagierten und Gruppen des Katte e. V. vor allem in seiner neuen Heimat Früchte trägt, hat er an eigener Haut erlebt: „Man kann in Potsdam problemlos händchenhaltend durch die Straßen laufen ohne sich dumme Kommentare anzuhören. Das kannte ich von Werder nicht, das ist dort überhaupt nicht vorstellbar.“ Diskriminierung und Vorurteile führt er vor allem auf fehlende Berücksichtigung in den Lehrplänen zurück: „Im Unterricht in Werder wurden wir nicht mit dem Thema konfrontiert. In Potsdam dagegen haben wir uns im Biologieunterricht damit auseinander gesetzt. Das war in Werder überhaupt nicht so.“ Folglich seien Jugendliche oft auf sich alleine gestellt im Umgang mit Homosexualität und genau an dieser Stelle will die „A-Jugend nun Abhilfe schaffen. [Martin Bach]