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Tafel an der Havel

[Fürstenberg/Havel, Ortsteil Ravensbrück] „Totgeschlagen | Totgeschwiegen | Den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus“ steht auf der Gedenktafel an der U-Bahn-Station Nollendorfplatz in Berlin. Darunter ist ein Rosa Winkel abgebildet, mit dem Männer gekennzeichnet wurden, die die Nazis aufgrund ihres Schwulseins in ein KZ brachten. Der Rosa Winkel entwickelte sich in den 1970er und -80er Jahren zum Symbol der gesamten Gay-Community in den westlichen Ländern – wie später die Regenbogenfahne. Ein sehr weit gefasstes Gedenken also, denn auch der Text ist so gewählt, dass neben den wegen echtem oder vermeintlichem Schwulsein verfolgten Männern auch all der Schwulen und Lesben gedacht

wird, die aus anderen Gründen unter der Nazi-Herrschaft litten. Lesbischsein beispielsweise war im Dritten Reich kein Verfolgungsgrund, wenngleich zahllose Lesben trotzdem zu Opfern wurden – z. B. als Jüdinnen, Kommunistinnen oder Zeugen Jehovas. Schwulsein dagegen wurde intensiv verfolgt. Von den geschätzten 50.000 Schwulen, die zwischen 1933 und 1945 nach §§ 175 oder 175a angeklagt wurden, wurden etwa 10.000 von der Kriminalpolizei (Kripo) und der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) später ins KZ verschleppt. Wohlgemerkt als reine Willkürmaßnahme, „zum Schutz des Volkes“, selbst wenn sie vor Gericht freigesprochen oder ihre Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafe bereits verbüßt hatten. Am 22.04.2012 wurde nun im ehemaligen KZ Ravensbrück in Nord-Brandenburg eine weitere Gedenktafel eingeweiht. Das Gemeinschaftsprojekt des uckermärkischen Schwulen- und Lesben-Vereins UM Queer e. V. und des LSVD Berlin-Brandenburg e. V. gedenkt im - vielen nur als Frauenlager bekannten - Ort des Grauens der schwulen Männer. Die Inschrift lautet: „Den Männern, die wegen Homosexualität 1939 bis 1945 im KZ Ravensbrück inhaftiert, geschunden und ermordet wurden.“ Eine separate Lesbentafel soll folgen, für deren Realisierung der UM Queer e. V. noch um Spenden bittet. WWW.UMQUEER.DE [Martin Bach]