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Wenn Bären am Holunder naschen

[Zehdenick, Ortsteil Klein-Mutz] Schwule Bürgermeister gab/gibt es nur in Metropolen wie Berlin, Hamburg und Paris? Weit gefehlt, denn auch im brandenburgischen Klein-Mutz, einem Ortsteil von Zehdenick im Landkreis Oberhavel, hat ein gleichgeschlechtlich Liebender das Sagen. Nebenbei ist Bert Kronenberg aber auch Vereinsvorsitzender des Hollerhof e. V., eines schwulen Hofprojekts im Grünen. Im Rahmen seiner Funktion als regionaler Anlaufpunkt und Kommunikationsforum für schwule und bisexuelle Männer aus dem ländlichen bzw. kleinstädtischen Bereich im Raum Berlin-Brandenburg führt der Verein seit 1999 unter anderem Hofcafés und Hoffeste durch, bietet seinen Gästen aber auch umfangreiche Beratungs-

und Hilfsangebote an. Diese finden bei Kaffee und Kuchen und zwischen Blumen völlig entspannt in einem angenehmen und ruhigen Ambiente statt. Das seit 1868 bestehende Grundstück wechselte 1998 den Besitzer und wurde 1999 auf den Namen Hollerhof getauft – nach dem süddeutschen Wort für Holunder. Auch sein Gesicht hat das Gelände nach mehreren An- und Umbauten seit seinem Bestehen mehrfach verändert. Die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte des schwulen Ausflugs- und Begegnungsortes umfasst zahlreiche Meilensteine wie das herbstliche Grillfest des Motorrad Club Lederbären Berlin (MCLB) im Jahr 1999, die Eröffnung des seitdem monatlich stattfindenden Hofcafés im Jahr 2002, die Vereinsgründung im Jahr 2003 sowie die Eröffnung der „schwules Lesezimmer“ genannten, stetig wachsenden, Bibliothek im Jahr 2005. In einem Hofladen sind darüber hinaus selbst gefertigte Waren und regionale Produkte wie Fotokarten oder Männerfiguren aus Porzellan erhältlich. Erst im April zog das Frühlingsfest mit Pflanzentauschbörse und Live-Musik wieder zahlreiche Interessierte an, dort gab es z. B. selbstgezüchtete Physalis zu kosten. Auch der Berliner Bartmänner-Verein Spreebären schaut hier gern und regelmäßig auf einen Besuch vorbei. WWW.HOLLERHOF.DE [Martin Bach]