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Langer Penis, kurzes Leben

„Auf die Länge kommt es nicht an“? Von wegen! Etwa 66 Prozent aller Männer sind mit ihrer Penis-Größe nicht zufrieden, besagen Studien. Auch wenn es die meisten Männer wohl nicht zugeben würden, hat die Größe des Gemächts entscheidenden Einfluss auf das Selbstwertgefühl seines Trägers. Zwar hat jeder Zentimeter mehr oder weniger zumindest beim heterosexuellen Verkehr eher symbolischen Wert. Weil der G-Punkt der Frau,

der sich in der Klitoris befindet, nämlich von jeder Größe gleich stark stimuliert wird. Wichtiger ist die Ausstattung da schon unter schwulen Männern. In dieser gesellschaftlichen Gruppe mit den wohl am häufigsten wechselnden Partnern entscheidet häufig durchaus die Schwanzlänge über das Zustandekommen eines Dates – besonders in Metropolen mit ihrer riesigen Auswahl auf der virtuellen Fleischtheke von Dating-Portalen wie „GayRomeo“, wo die Schwanzlänge eine vielbeachtete Angabe in den Profil-Angaben darstellt. Was aber tun, wenn man vom lieben Gott nicht mit einem Hammer gesegnet wurde, von der Größe, wie man ihn in Erotikfilmen ständig als angeblichen Standard vorgesetzt bekommt? Was, wenn man vielleicht sogar seelisch darunter leidet, gemobbt wird, sich minderwertig fühlt oder nach Abweisungen Kontaktprobleme entwickelt? Für viele lautet die Antwort: Penisverlängerung. Für diese gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste, eher klassische, beruht darauf, den Penis acht bis zehn Stunden täglich mit Gewichten in die Länge zu ziehen, was unter anderem auch mit einem sogenannten Penis-Expander möglich ist. Nachteil: Der so gestreckte Penis wird hinterher nicht mehr richtig hart, weil sich durch den permanenten Zug das Penis-Gewebe verändert. Die zweite Möglichkeit lautet, ein Bändchen, das den Penis am Becken fixiert, chirurgisch durchtrennen zu lassen, wodurch der Penis im schlaffen Zustand ein bis zwei Zentimeter weiter aus dem Körper herausfällt. Doch auch hier gibt es einen Haken, denn die Operation macht den Penis instabil, was das Eindringen in den passiven Mann oder die Frau schwierig macht. Doch auch wenn sicherlich jeder Mann vor solchen Prozeduren gründlich Pro und Kontra abwägt, schließlich geht es um sein bestes Stück, treibt es manche Verzweifelte sogar in die Arme obskurer Kurpfuscher, die zum Operieren noch nicht einmal ein Medizin-Studium vorweisen können. So geschehen in New York, wo eine falsche Ärztin mindestens einem Mann Silikon in den Penis gespritzt hat, um diesen zu verlängern. Derartige Injektionen – alternativ auch mit Paraffin oder Vaseline durchgeführt, zum Teil auch zur Brustvergrößerung – sind illegal, da das Silikon bei der Injektion in den Penis direkt in den Blutkreislauf gerät und dann zu einem sehr schmerzvollen Tod führen kann. Der unglückliche Patient starb am Tag nach der Operation an einer Silikon-Embolie, da das Silkon wichtige Blutgefäße verstopft hatte. Der selbsternannten Ärztin, so berichtet die Online-Ausgabe der „Sun“, droht nun eine bis zu zehnjährige Haftstrafe, weil sie ohne entsprechende Ausbildung und ärztliche Lizenz operiert hat. Die Polizei forscht derzeit noch nach, ob die Angeklagte neben dem verstorbenen 22-Jährigen noch weitere Patienten behandelt hat, denn offenbar hatte sie ihre „Praxis“, die sie in ihrem Appartement führte, sogar mit Flyern beworben. [Martin Bach]